Bescheid Dreifaltigkeitskirche

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Dreifaltigkeits-Kirche Bescheid

Wo Sie diese Kirche finden

Kircheninformationen

Die Dreifaltigkeits-Kirche befindet sich in Bescheid, einem Dorf in Rheinland-Pfalz in der Verbandsgemeinde Hermeskeil.

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Bescheid Dreifaltigkeitskirche
Kirche von Nordwesten
Bescheid Dreifaltigkeitskirche
Turm von Südosten
Bescheid Dreifaltigkeitskirche
Blick ins Schiff

Bescheid Dreifaltigkeitskirche besuchen

Für einen solch kleinen Ort wie Bescheid mit seinen gut 400 Einwohnern ist die Dreifaltigkeits-Kirche in vielfacher Hinsicht wirklich bemerkenswert (abgesehen natürlich vom runden Turm, den in Rheinland-Pfalz nur noch Eckersweiler aufweist). Es ranken sich nämliche eine erstaunliche Anzahl Sagen um die Kirche, und auch die Innenausstattung ist (zumindest für Liebhaber barocker Kirchen, zu denen ich allerdings nicht gehöre) sehr sehenswert. Bei meinem ersten Besuch unter der Woche habe ich die Kirche geöffnet vorgefunden, bei unserem zweiten Besuch an einem Sonntag einige Jahre später war sie verschlossen. Glücklicherweise trafen wir auf der Straße vor der Kirche einen jungen Herrn, und es stellte sich heraus, daß seine Mutter einen Schlüssel für die Kirche hatte, so daß wir sie auch von innen besichtigen konnten. Wie schon öfter auf der Seite erwähnt ist dies das Glück, das man öfter einmal braucht (und erstaunlicherweise auch oft hat…).

Zur Geschichte von Ort und Kirche: die erste Erwähnung des Ortes stammt aus dem 10. Jahrhundert. Nach der Überlieferung bildeten vorher die Dörfer Schleich an der Mosel und Bescheid zusammen eine Pfarrgemeinde, welche ihre Kirche auf dem Schleicherberg hatte. Das Gelände, auf dem die Kirche gestanden haben soll, heißt heute noch volksmundlich „Kirchenberg“. Bescheid wurde wohl im 9. Jahrhundert eine selbständige Pfarrei und erhielt von dem Kloster St. Marien, das bis zur Umwälzung gegen Anfang des vorigen Jahrhunderts auch Kollator dort blieb, eine Kirche gebaut.

An diesen Kirchenbau knüpft sich folgende Sage:
Die Bescheider konnten sich über den Bauplatz nicht einigen. Die einen waren für den Platz, genannt Hubertusgarten, wo sie heute auch steht, die anderen aber für die Gertesgasse. Dorthin wurde auch das Bauholz gefahren. Aber am nächsten Morgen lag es im Hubertusgarten. Die Gegner glaubten nun, es sei in der Nacht heimlich dahingeschleppt worden und brachten es zurück. Am folgenden Morgen fanden sie den Platz wieder leer. Das Holz war wieder gewandert. Man hat immer noch die Anhänger des Hubertusgartens im Verdacht, als hätten sie das Holz in der Nacht wieder dahin befördert und glaubte ihnen nicht, so sehr sie auch ihre Unschuld beteuerten. Die Zimmerleute schleppten die Stämme wieder zurück und fingen an, sie zu behauen und zuzurichten. Einer von ihnen setzte sich nun ungesehen darauf und hielt Wache. O Wunder, die Balken und Sparren fand man am anderen Morgen schön geordnet auf dem Hubertusplatze und der wachhabende Zimmermann hatte die Wanderung, ohne es zu merken, mitgemacht. Da erkannte man, dass ein höherer Wille für diese Stelle sich zu erkennen gegeben hatte, und so kam der Neubau zustande.

Die jetzige Kirche hat zwei Bauzeiten und auch zwei Baustile. Ungewöhnlich ist der rundgebaute Glockenturm mit seinem eigentümlichen Dach. Die Mauer ist meterdick und hat nur eine kleine schmale Lichtspalte. Die Glocken hangen im Dachstuhl. Der Turm gleicht eher dem Verteidigungsturm einer Burg als einem Kirchenturm und steht außerhalb der Kirche auf der Epistelseite.

Nach einer Inschrift über die Sakristei ist die Kirche 1474 erbaut worden, wahrscheinlich die zweite am gleichen Ort. Beachtenswert und ehrwürdig ist das auf der Evangelienseite eingemauerte, mit Ornamenten umgebene Sakramentshäuschen mit seiner einfachen Gittertüre aus Eisen. Es diente zur Aufbewahrung und Ausstellung der hl. Hostie. Sakramentshäuschen findet man nur noch selten und meistens in uralten Domen und Kirchen. Das Schiff der Kirche stammt aus dem Jahre 1773 und ist, wie auch das Portal, im romanischen Stil errichtet. Viel Wert hat man dem Bau damals nicht beigelegt, sonst hätte man das Schiff dem spätgotischen Baustil des Chores angepasst.

Die Bescheider Kirche hatte vor langer Zeit her 2 Glocken. Von der Herkunft der größeren, die später auf dem Kirchhof umgegossen wurde und dann der Heereslieferung geopfert werden mußte, gibt es eine weitere sagenhafte Erzählung:
Die Glocke stammte aus der Kirche auf dem Schleicherberg und wurde vor Zeiten beim Herannahen plündernder Feinde dort begraben und dann vergessen. Ein Wildschwein hat sie dann später herausgewühlt. Um nun zu erfahren, wohin sie gehöre und wo sie fürderhin klingen wolle, ob in Bescheid oder Schleich, spannte man ein blindes Pferd an einen Schlitten, auf den man die Glocke lud. Dem Dorf nun solle sie gehören, wohin das blinde Pferd sie schleift. Das Pferd schlug seinen Weg nach Bescheid ein. Dort wurde sie nun aufgehangen. Aus ihrem Klang wollen aufmerksame Hörer die Worte wahrgenommen haben: “Wildsau wühlt mich, Blind-Pferd schleift mich.“

Nach mehreren Innenrenovierungen bekam die Kirche zuletzt im Dezember 2003 einen neuen Ambo aus demselben Stein wie der schon bestehende Altar sowie ein Taufbecken, für das im hinteren Bereich der Kirche ein eigener Platz geschaffen wurde.

Fazit: interessante Kirche mit bunter Geschichte und Innenausstattung

Bescheid Dreifaltigkeitskirche
Kanzel
Bescheid Dreifaltigkeitskirche
Altar
Bescheid Dreifaltigkeitskirche
Westempore mit Orgel