Betzendorf St Peter & Paul

Klicken Sie auf das Photo, um die Photogalerie zu starten

Was Sie über diese Kirche wissen müssen

St Peter & Paul-Kirche Betzendorf

Wo Sie diese Kirche finden

Kircheninformationen

Die Kirche St Peter & Paul befindet sich in Betzendorf, einem Dorf in Niedersachsen etwa 15 km südlich von Lüneburg am östlichen Rand der "Lüneburger Heide".

Diese Kirche ist normalerweise für Besucher geöffnet

*kennzeichnet externe Links in einem neuen Fenster

Betzendorf St Peter & St Paul
Westansicht des Turms
Betzendorf St Peter & St Paul
Turm und Portal

Betzendorf St Peter & Paul besuchen

Ein kurzes Vorwort zu den Kirchen in Niedersachsen und Qualität und Quantität der Photos: ich habe alle diese Kirchen „im Vorbeifahren“ besucht: ich war in der Region (in die ich nun auch nicht so oft komme), und wollte möglichst schnell „ein paar Photos“ von jeder für die Webseite haben. So sehen sie allerdings auch aus, und die Qualität insbesondere der Innenaufnahmen (sofern überhaupt vorhanden…) ist auch wirklich schlecht, was an der alten Digitalkamera liegt, die ich damals noch hatte (wir sprechen hier vom Jahr 2006). Leider hatte ich seither keine Gelegenheit mehr, die Kirchen der Region nochmals zu besuchen, und mehr, aussagekräftigere und bessere Photos zu machen. Also muß ich mich derzeit noch mit den vorhandenen begnügen. 

St Peter und Paul in Betzendorf, einem Dorf am östlichen Rand der Lüneburger Heide und etwa 15 km südöstlich vom namensgebenden Lüneburg entfernt, ist eigentlich eine wirklich interessante und sehenswerte Kirche. Nun, ich habe genau drei (DREI!) Innenaufnahmen gemacht, die Ihnen noch nicht einmal einen groben Überblick verschaffen können. Auch die Außenaufnahmen sind eher spärlich, so daß die nachfolgenden Informationen, die ich aus dem Kirchenführer zusammengetragen habe (einen Link zu diesem finden Sie oben in der Infobox) sich leider so gut wie gar nicht in der Diashow wiederfinden lassen.

Betzendorf liegt an der alten Handels- und Heerstraße von Lüneburg bzw. Winsen/Luhe nach Celle, auch „Salzstraße“ oder „Celler Heerstraße“ genannt. Es gibt diverse Belege für eine bereits frühe Besiedlung des Raumes. Die evangelisch lutherische Kirche St. Peter und Paul gehört zu den alten Kirchen im Lüneburgischen. Von ihrer Gründung sind keine Urkunden erhalten, daher ist ein genaues Datum für den Bau der Kirche nicht bekannt, wird aber auf die Zeit um 1250 geschätzt. Es handelt sich um eine romanische Feldsteinkirche mit Turm, Schiff und Chor. Es wird davon ausgegangen, daß es sich ursprünglich um eine Wehrkirche gehandelt hat. In der Nordwand der heutigen Kirche sind noch Reste des Mauerwerkes aus der Zeit um 1350 erhalten. Bei der Erneuerung zwischen 1450 und 1460 wurde das Gebäude unter Beibehaltung der Außenmauern umgebaut.

Der wuchtige Feldsteinturm wurde zwischen 1200 und 1400 errichtet. In die Wände des Turms sind Öffnungen gebrochen worden, die verschiedenen Zwecken dienen: zu ebener Erde und in etwa 3 m Höhe sind es direkte Zugänge zur Kirche und zur Empore; in etwa 8 m Höhe sind es vier Schallöffnungen, die alle im Lauf der Geschichte unterschiedlich gestaltet worden sind. Die Schallöffnung nach Osten wird heute vom Kirchendach verdeckt. Sie hat eine frühromanische Form.

Das heutige Dach hat die Form einer zehnseitigen Pyramide. Zunächst mit Schindeln gedeckt, wurden diese im Jahr 1869 durch englischen Schiefer und dieser wiederum 1965 durch Kupferblechplatten ersetzt.

Die Mauerstärke verjüngt sich von unten nach oben: zu ebener Erde 2,63 m, in Höhe der Schallöffnung nur noch 1,17 m. Die Gesamthöhe des Turmes beträgt 24,86 m, davon 13,66 m Mauerkörper und 11,20 m Dachstuhl.

In den Mauerkörper sind Schießscharten eingelassen, die durch einen Gang zu erreichen sind. Die Reste eines Gangs im Mauerkörper führen nach unten zu einer früheren Grabanlage. Auf der Turmspitze steht auf einer Weltkugel und unter einem Kreuz eine Wetterfahne aus dem Jahr 1907 mit der Inschrift: „I H S“ „1659 1907“. Im Turm hängen zwei Glocken; die kleinere wurde 1921 gegossen, die größere 1956.

Man betritt die Kirche durch das Südportal in der Nähe des Turms. Schiff und Chor wurden beim oben genannten Umbau zwischen 1450 und 1460 mit Gewölben versehen. Bei Untersuchungen der Gewölbeflächen wurden im März 1984 spätgotische Malereien entdeckt, die aber aus Kostengründen leider nicht freigelegt wurden. Im Zentrum des Schiffs fällt nach dem Betreten der Kirche sofort der Kronleuchter aus dem Jahr 1992 auf. Die im Sturzflug befindliche Friedenstaube trägt einen Zweig im Schnabel, den sie der Menschheit bringt. Im Körper des Leuchters sind Elendsgestalten zu sehen. Über dem vorderen Eingang an der Südwand hängt ein mittelalterliches Kruzifix aus der Zeit um 1360. An den Enden der Kreuzbalken befinden sich Vierpässe mit Reliefs, die die vier Evangelisten sowie Adam zeigen, der auf Christus deutet. Hinter dem vorderen Südeingang befindet sich die Kanzel aus dem Jahr 1881 mit einer siebenflächigen Grundform auf einer Säule, wobei eine Seite für die siebenstufige Treppe ausgespart ist. Die Bilder in den Füllungen zeigen die Evangelisten und Christus als guten Hirten.

Mittelpunkt des Chorraums und Höhepunkt der Kirche ist sicherlich der Altarschrein, den Sie auf einem Photo in der Diashow sogar sehen können. Er wurde zwischen 1450 und 1460 geschnitzt. Es handelt sich um ein Triptychon in einem Geschoss mit geschnitzten Figuren, die jeweils auf einem Sockel stehen oder sitzen; eine Predella mit nach vorn von einem Eisengitter verschlossener Sakramentsnische wurde 1881 ergänzt. Die Figuren auf dem Triptychon stellen Jünger und Apostel Jesu, Maria und Jesus selbst dar.

Hinter dem Altar eine Gruppe moderner Fenster aus dem Jahr 1985, die Szenen aus der Bibel zeigen. Der Blick vom Chor zurück geht zur Westempore mit der Orgel aus dem Jahr 1881.

Fazit: eine Kirche, die wir dringend nochmals besuchen müssen

Betzendorf St Peter & St Paul
Blick ins Schiff nach Osten
Betzendorf St Peter & St Paul
Altar
Betzendorf St Peter & St Paul
Blick vom Chor nach Westen