Neukirchen St Johannis

Klicken Sie auf das Photo, um die Photogalerie zu starten

Was Sie über diese Kirche wissen müssen

St Johannis-Kirche Neukirchen

Wo Sie diese Kirche finden

Kircheninformationen

Die Kirche St Johannis befindet sich in Neukirchen, einem kleinen Dorf in der Holsteinischen Schweiz, etwa 5 km nördlich des Kurortes Bad Malente.

Diese Kirche ist normalerweise für Besucher geöffnet

*kennzeichnet externe Links in einem neuen Fenster

Neukirchen St Johannis
Weg zur Kirche
Neukirchen St Johannis
Westansicht des Turms
Neukirchen St Johannis
Kircheneingangstür

Neukirchen St Johannis besuchen

St Johannis in Neukirchen ist eine weitere sehr sehenswerte und einladende Rundturmkirche in Schleswig-Holstein; bei unserem Besuch haben wir sie offen vorgefunden. Sie liegt am Rande der Holsteinischen Schweiz im kleinen Dorf Neukirchen, etwa 5 km nördlich des bekannten Kurortes Bad Malente.

Die Kirchengründung hängt eng mit der Ansiedlung deutscher Bauern durch Adolf II. von Schauenburg (um 1140) zusammen. „Noch unter Heinrich d. Löwen (1129-95) ist genau in der Mitte des Dreiecks Utine-Plune-Luitkenborg eine Kirche gebaut worden, in einem dem Bischof überwiesenen Dorfe, das den Namen ‚nova ecclesia‘, neue Kirche, erhielt und behalten hat“. Das genaue Gründungsjahr steht nicht fest, auch wenn in der Gemeinde 2010 die 850-Jahr-Feier der Kirche begangen wurde, was eine Gründung im Jahr 1160 nahelegen würde.

Den Bauplan hatte der Kirchenbaumeister Chorherr Volchart aus Flandern zugleich mit den Plänen der Kirchen zu Bosau, Ratekau und Süsel schon zu Zeiten des Bischofs Vicelin entworfen. Gleich diesen Kirchen wird die St. Johannis-Kirche zu Neukirchen, die dem Täufer Johannes geweiht ist, auch als Vicelinkirche bezeichnet, auch wenn alle diese Kirchen erst zu Zeiten seines Nachfolgers Gerold errichtet wurden. Ein Baubeginn noch vor 1160 ist jedoch wahrscheinlich, wenn man die Daten der Einweihungen der weiteren Vicelinkirchen betrachtet (Bosau 1152, Ratekau 1156, Süsel 1158).

Bei der Kirche handelt es sich um einen romanischen Feldsteinbau, der aus meterstarken Felsenmauern erbaut ist. Der mit seinem Kegelhelm insgesamt 40 m hohe Rundturm grüßt weit ins Land. Die Siedler leisteten die Hand- und Spanndienste zum Bau der Kirche in Neukirchen. Aber auch die Bewohner der angrenzenden slawischen Güter, ob christlich oder heidnisch, mußten mithelfen. Von allen Seiten wurden die Feldsteine zum Bau der Kirche zusammengetragen, die allerdings auch reichlich vorhanden waren: in der letzten Eiszeit wurden diese mit riesigen Gletschern von Norwegen und Schweden nach Norddeutschland geschoben. Und so „wachsen“ die Steine stets nach, weil der Frost sie nach oben drückt. Der Kalk, der zwischen die Steine gegossen wurde, stammt vom nahegelegenen Segeberger Kalkberg und ist eigentlich Gips.

In Neukirchen wird dem Turm durchaus eine Wehrfunktion zugeschrieben. Dies wird insbesondere durch die meterstarken Mauern im Turmbereich, die Höhe der Fenster und die heute noch erkennbaren kreisrunden Mauerlöcher begründet.

1956-58 erfolge eine erste größere Renovierung, da die Kirche nach 800 Jahren baufällig geworden war. Im Zuge dieser Renovierung wurde auch die neue Halbrundapsis angebaut; eine weitere Renovierung folgte 2011-12. Diese Renovierungen prägen das heutige Erscheinungsbild der St.Johannis-Kirche. Sie ist eine der besterhaltenen Feldsteinkirchen und von allen Vicelin-Kirchen von außen am meisten in ihrer ursprünglichen Form vorhanden.

Die Kirche betritt man durch eine Tür in der Südwand. Ein Portal ist nicht vorhanden, so daß man gleich im Hauptraum des Kirchenschiffes landet. Im Inneren gibt es mehrere bemerkenswerte Dinge zu sehen. So befindet sich an der Südwand des Schiffes eine männliche, lebensgroße Heiligenfigur aus dem 16. Jahrhundert. Das gotische Triumphkreuz im Chorbogen mit hagerem, überlebensgroßem Corpus stammt aus dem 14., das pokalförmige Taufbecken aus Granit aus dem 12. Jahrhundert. Die Kanzel mit plattdeutscher Inschrift wurde 1626 von zwei Neukirchener Einwohnern hergestellt. Die heutige Orgel auf der Westempore aus dem Jahr 1726 ersetzte die erste Orgel von 1553. Auf der Westempore sind 14 barocke Emporenbilder mit Passionsdarstellungen zu sehen. Weitere 16 ebenfalls barocke Emporenbilder mit Szenen aus dem Leben Christi befinden sich jetzt an den Langhauswänden. Eine der noch in Betrieb befindlichen Glocken stammt aus dem Jahr 1412.

Fazit: eine offene und einladende Kirche, die immer einen Besuch wert ist

Neukirchen St Johannis
Gemälde auf der Südwand
Neukirchen St Johannis
Taufbecken 12. Jahrhundert
Neukirchen St Johannis
Triumphkreuz im Chorbogen