Zetting St Marcel

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Was Sie über diese Kirche wissen müssen

Église St Marcel Zetting

Wo Sie diese Kirche finden

Kircheninformationen

Église St Marcel is located in Zetting, a village on the River Saar in the Département Moselle in France, about 6 miles south of the town of Sarreguemines on the Franco-German border.

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Zetting St Marcel
Turm von Westen
Zetting St Marcel
Chor von Süden
Zetting St Marcel
Entrance with porch

Zetting St Marcel besuchen

Die Kirche St. Marcel befindet sich im Dorf Zetting (oder Zettingen auf Deutsch) im Département "Moselle" in Frankreich, nur ein paar Kilometer südöstlich von Sarreguemines (Saargemünd) und gleich hinter der deutsch-französischen Grenze bei Reinheim. Das Dorf Zetting liegt auf einer Anhöhe, direkt über dem "Canal des Houilleres de la Sarre", einem Kanal, der früher für den Kohletransport genutzt wurde und heute - wie die Kanäle in Großbritannien - ein beliebtes Ausflugsziel für Bootsfahrer ist. St. Marcel (oder Marcellus) liegt auf der Spitze des Kirchbergs" und überblickt das darunter liegende Tal. Sie gehörte zur Benediktinerabtei Tholey im benachbarten Saarland. Als Folge der Reformation wurde sie 1576 protestantisch, um 1684 unter Ludwig XIV. wieder als katholische Kirche eingesetzt zu werden.

Der älteste Teil der Kirche ist der Rundturm, der vermutlich aus dem 9. Jahrhundert stammt und - wie die anderen Rundtürme in der Region - ursprünglich als Wachturm und Zufluchtsort für die Bewohner des Dorfes diente. Der Turm konnte nur über einen Eingang etwa 7 m über dem Boden betreten werden. Er hat eine Höhe von 17 m bis zur Dachkante und wird von einem spitz zulaufenden Helmdach gekrönt. Er hat zwei Stockwerke und einen Glockenturm, den man über eine Wendeltreppe vom Erdgeschoss aus erreichen kann. Die Dicke der Wände verringert sich von 1,90 m im Erdgeschoss auf 0,70 m im Glockenturm, während sich der Innendurchmesser von 3,80 m im Erdgeschoss auf 4,60 m im Glockenturm erweitert. Der Zugang zur Kirche erfolgt heute über ein kleines Portal, das 1846 an der Westseite des Turms angebaut wurde. Das romanische Kirchenschiff wurde an der Ostseite des bestehenden Rundturms angebaut. Der Chor - der fast doppelt so hoch wie das Kirchenschiff ist und der Kirche ein ungewöhnliches äußeres Erscheinungsbild verleiht - wurde 1434 von den Benediktinermönchen im gotischen Stil angebaut, wobei das Kirchenschiff im gleichen Stil umgebaut wurde, so daß drei Schiffe mit Rippengewölben entstanden.

Das Beeindruckendste des Innenraums (und wahrscheinlich der ganzen Kirche) sind die massiven Spitzbogenfenster im Chor, die ursprünglich aus dem 15. Jahrhundert stammen. Sie gelten als die schönsten Kirchenfenster in ganz Lothringen - nach der Kathedrale von Metz. Sie haben eine bewegte Geschichte erlebt: im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) teilweise zerstört, wurden sie von späteren Pfarrern nachlässig behandelt und einige der farbigen Glasscheiben verschenkt (z.B. ein Pfarrer Barth Anfang des 19. Jahrhunderts wegen einer Augenkrankheit; er konnte nicht genug sehen und ersetzte das farbige durch weißes Glas). Einer seiner Nachfolger, Pfarrer Verité, versuchte später, sie wieder zu einzusammeln, so gut er konnte. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden die Fenster von der französischen Denkmalschutzgesellschaft demontiert und in die Region der Charente evakuiert, wo sie von den deutschen Besatzern entdeckt und nach Sarreguemines zurückgebracht wurden, wo sie eingelagert wurden, um später im Saarlandmuseum in Saarbrücken gezeigt zu werden. Wie sie schließlich in die Krypta der Kathedrale von Metz gelangten, wo sie nach langer und vergeblicher Suche nach Kriegsende gefunden wurden, ist bis heute ein Rätsel.

Am Ostende des Chores befindet sich ein reich verzierter Altar. An der Nordwand des Chores ist ein Heiliges Grab zu sehen. Die Orgel befindet sich ebenfalls im Chor und stammt ursprünglich aus dem Jahr 1889. Sie wurde später renoviert und 1960 elektrifiziert. Ein weiteres schönes Merkmal des Chores sind die Wandmalereien am Chorgewölbe. Sie wurden im 19. Jahrhundert übermalt, aber eine große Renovierung des Innenraums der Kirche ab 1975 brachte sie wieder ans Licht. Sie zeigen u.a. die jungfräuliche Mutter mit Christus, die Symbole der vier Evangelisten, Engel und einige Vögel. Der Schlußstein des Chorgewölbes zeigt den Schutzpatron der Kirche, den heiligen Marcellus.

Leider ist die Qualität der Innenaufnahmen nicht mehr auf dem Niveau, das ich heute für meine Photos erwarte, daher müssen wir diese schöne Kirche nochmals besuchen.

Fazit: offene und einladende Kirche mit vielen Sehenswürdigkeiten

Zetting St Marcel
Kanzel
Zetting St Marcel
Blick in den Chor
Zetting St Marcel
Confessional