Oeversee St Georg

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Was Sie über diese Kirche wissen müssen

St Georgs-Kirche Oeversee

Wo Sie diese Kirche finden

Kircheninformationen

Dir Kirche St Georg befindet sich in Oeversee, einem Dorf in Schleswig-Holstein etwa 10 km südlich von Flensburg und 15 km südlich der dänischen Grenze

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Oeversee St Georg
Westansicht des Turms
Oeversee St Georg
Durchgang vom Turm ins Schiff
Oeversee St Georg
Gewölbebemalung Schiff
Oeversee St Georg
Kanzel und Kreuz

Oeversee St Georg besuchen

St Georg ist die am nördlichsten gelegene der Rundturmkirchen Schleswig-Holsteins. Sie befindet sich in Oeversee, etwa 10 km südlich von Flensburg, und 15 km südlich der Grenze zu Dänemark. Auch sie gehört zu den stets für Besucher geöffneten Kirchen, dies war auch im Sommer 2020 bei unserem letzten Besuch der Fall. Wesentlich für die Entstehung der Kirche war die oben beschriebene Lage am Ochsenweg (Heerweg) und an der Treene. Der Ochsenweg verlief parallel zur heutigen Europastraße 3 etwa 1000 m östlich zwischen Wäldern Angelns und den Höhen am Sankelmarker See. Er war der einzige Verkehrsweg auf dem Lande zwischen Skandinavien und dem übrigen Europa. Von ihm zweigte bei Oeversee eine Handelsstraße ab, der sogenannte Stapelholmer Weg, der am Nordufer der Treene nach Hollingstedt (Nordseehafen der Wikingerstadt Haithabu) und weiter nach Tönning in der Eidermündung führte (später der bedeutendste England-Hafen Jütlands). Eine genaue Datierung des Baus der Kirche ist nicht möglich, jedoch wird davon ausgegangen, daß in der Regierungszeit des Bischofs Alberus von Schleswig (bis 1135) mit dem Bau der Oeverseer Kirche zumindest begonnen wurde. Gewidmet war und ist sie dem heiligen Georg, Schutzpatron der Reisenden.

Die Kirche liegt umgeben von einem sehr schönen und gepflegten Friedhof. Nördlich des Turms befindet sich eine sehenswerte Statue eines Engels.

Bei der Kirche handelt es sich wie bei vielen der anderen Rundturmkirchen Schleswig-Holsteins um einen romanischen Feldsteinbau des 12. Jahrhunderts. St Georg wurde jedoch später im Inneren spätgotisch umgestaltet. Der Rundturm diente hier eindeutig Verteidigungszwecken, wie man an den noch erhaltenen Schießscharten erkennen kann. Oeversee gehörte damit wohl zu einem System von Befestigungen. Obwohl im Spätmittelalter ein Vorhaus angebaut wurde, ist dies nicht der Eingang zur Kirche, dieser befindet sich vielmehr an der Südmauer des Turms. Man betritt somit zunächst das Erdgeschoß des Turms; hier führt eine Treppe den Turm hinauf, allerdings kommt man nur bis in den ersten Stock, die Türen dort sind allesamt verschlossen. Das Kirchenschiff erreicht man durch einen Türbogen in der meterdicken Ostwand des Turmes. Hier erhält man ein Gefühl dafür, wie stabil dieser Turm erbaut wurde, was die Annahme, daß es sich um eine Befestigungsanlage gehandelt hat, noch unterstreicht.

Im Inneren hält die Kirche viel Sehenswertes bereit. Man bemerkt beim Eintreten unter der Westempore hindurch sofort das spätgotische Kreuzgewölbe des Schiffes, das sich auch im Chor fortsetzt. Die Einwölbung erfolgte im Chor im Jahre 1497, im Schiff 30-40 Jahre später. Spektakulär hier wie dort die Ausmalungen: im Schiffsgewölbe eine Frührenaissancebemalung mit Rankenwerk und einzelnen Szenen und Figuren, im Chorgewölbe spätgotische Bemalung mit Mondsichelmadonna, Fratzen und Rankenwerk. Eine sich hinter der Orgel befindende Malerei eines adeligen Paares ist für den Besucher nicht zu sehen, da der Aufgang zur Westempore verschlossen ist. Die Malereien wurden erst 1965 unter jüngeren Bemalungsschichten (1620 bzw.1889) entdeckt und von dem Restaurator Carl Fey-Talmühlen aus Ahrensbök freigelegt.

An der nördlichen Wand des Schiffes der barocke ehemalige Altaraufsatz von 1736. Weiter in Richtung Chorbogen wurde bei Renovierungsarbeiten eines der ursprünglich drei (wie an der Außenseite noch gut zu erkennen) hochgelegenen romanischen Fenster wieder freigelegt. Das große Südfenster wurde an Stelle der zugemauerten romanischen Fenster angelegt. Interessant auch die Geschichte des wohl aus der Zeit der Entstehung der Kirche stammenden und heute wieder genutzten Taufbeckens aus gotländischem Kalkstein: es stand wohl mehr als 250 Jahre auf einem Bauernhof in der Gemeinde und wurde als Viehtränke genutzt. In der Kirche war bis 1968 eine Rokoko-Taufe aus Holz (von 1714) aufgestellt.

Die Renaissance-Kanzel stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert, und ist reich mit Schnitzereien verziert. Zu sehen sind Szenen aus dem Leben Jesu, dazwischen Frauengestalten, die die christlichen Tugenden darstellen. Der zugehörige Schalldeckel ist von 1705. Das Triumphkreuz über dem Chorbogen ist von Anfang des 16. Jahrhunderts. Der Altar aus gotländischem Kalkstein stammt wohl aus der Zeit des Kirchenbaus, die Fenster im Chor sind dagegen modern und wurden 1936 von der Flensburger Künstlerin Käthe Lassen ausgeführt. Die Westempore ist von 1713, die dort befindliche Orgel von 1846. Die bronzene Glocke im Turm wurde bei Armowitz in Husum gegossen und stammt aus dem Jahr 1741.

Fazit: eine offene und einladende Kirche, die immer einen Besuch wert ist

Oeversee St Georg
Taufbecken 12. Jahrhundert
Oeversee St Georg
Freigelegtes romanisches Fenster
Oeversee St Georg
Chorgewölbe
Oeversee St Georg
Westempore